Im Golfsport gibt es eine ganze Reihe verschiedener Spielformen, man unterscheidet gern nach Einzel- und Teamvarianten und natürlich danach, ob das Turnier vorgabenwirksam oder nicht vorgabenwirksam gespielt wird.
Hier einige Beispiele:
Vorgabenwirksame Wettspielformen
Zählspiel
Das Zählspiel wird nach den Golfregeln des Zählspiels, bei voller Vorgabe gespielt. Die Schlagzahl wird nach jedem Loch eingetragen. Am Ende ergibt sie das Bruttoergebnis. Das Nettoergebnis errechnet sich aus dem Brutto abzüglich der Vorgabe (des Handicaps) des Spielers. Gewinner ist der Spieler mit dem niedrigsten Ergebnis, sowohl Brutto als auch Netto, je nach Ausschreibung.
Stableford
Stableford wird nach den Golfregeln des Zählspiels, bei voller Vorgabe gespielt. Die Wertung erfolgt nach Punkten. Hat der Spieler eine Schlagzahl erreicht, für die es keinen Punkt mehr gibt hebt er seinen Ball auf und trägt einen Strich ein.
Gegen Par (Bogey-Par)
Das Wettspiel Gegen Par wird nach den Regeln des Zählspiels, bei voller Vorgabe gespielt. Sinn dieses Spieles ist es, gegen den Platz "Par" zu spielen. Hier gibt es nur drei mögliche Ergebnisse pro Loch:
· Lochgewinn bedeutet besser als Par = +
· Lochverlust bedeutet schlechter als Par = -
· Unentschieden bedeutet Par = 0
Gewinner ist der Spieler, welcher am höchsten gegen den Platz gewonnen hat. In der Scorekarte wird die Bruttoschlagzahl des Spielers eingetragen, die Auswertung übernimmt die Spielleitung .Auch bei diesem Spiel sollte der Ball unaufgefordert aufgehoben werden, sobald ein Unentschieden oder ein Lochgewinn nicht mehr zu erreichen ist, um den Spielfluss nicht zu behindern. In diesem Fall wird ein Strich für das betreffende Loch eingetragen. Die Höhe des Lochverlustes spielt keine Rolle, sie ergibt immer nur ein Minus. Das Wettspiel gegen Par ist dem Lochwettspiel sehr ähnlich. Sie spielen hier Loch für Loch gegen einen imaginären Gegner, den Platz. Wenn Sie den Platz besiegen wollen, müssen Sie besser als (Netto-) Par spielen. Beachten Sie an jedem Loch die Vorgabenverteilung (Handicap), damit Sie wissen, wie viel Schläge Sie vor haben. Das wird Ihnen helfen, taktisch klug ihre Vorgabe zu nutzen.
Aggregat
Da dieses Wettspiel ein "Mannschaftsspiel" von zwei Spielern ist, die beide ihr bestmögliches Ergebnis spielen müssen, ist dieses Spiel vorgabenwirksam. Die Rundenergebnisse der beiden Spieler werden addiert. Diese Spielform ist als Stableford, Zählspiel oder gegen Par möglich.
Nicht vorgabenwirksame Wettspiele
Klassischer Vierer
Beim klassischen Vierer schlagen die Spieler der Paarung abwechselnd. Sie entscheiden vorher, wer am ersten Tee abschlagen wird, den nächsten Schlag führt der Partner aus usw., bis zum letzten Putt. Am nächsten Abschlag muss dann der andere Partner abschlagen, unabhängig davon, wer gerade eingelocht hat. Das bedeutet, dass Partner A immer an den ungeraden Löchern abschlägt und Partner B immer an den geraden. Strafschläge beeinflussen die Spielreihenfolge nicht. Wichtig: Wird außer der Reihenfolge gespielt, zählt dieser Schlag nicht; der Ball wird an seine ursprüngliche Lage zurückgelegt, die Paarung erhält zwei Strafschläge und der richtige Partner spielt weiter.
Vorgabe: Auf- oder abgerundete halbe Summe der Vorgaben beider Spieler.
Vierball - Bestball
Beim Vierball-Bestball spielen beide Partner jedes Loch mit ihrem eigenen Ball zu Ende. Das bessere Ergebnis beider Spieler wird eingetragen. Das kann, unter Berücksichtigung der Vorgabe, sogar die höhere Schlagzahl sein. In diesem Turnier bekommt jeder nur ¾ seiner Vorgabe zugeteilt
Scramble
Jeder Spieler des Teams schlägt ab. Das Team entscheidet, welcher Ball am besten liegt. Hier droppen im Abstand von einer Schlägerlänge, nicht näher zum Loch, die anderen Spieler ihre Bälle und jeder führt seinen zweiten Schlag aus. So geht es weiter mit jedem Schlag, bis das Loch beendet ist. Auf dem Grün werden die Bälle innerhalb einer Schlägerkopflänge, nicht näher zum Loch, hingelegt. Den besondere Reiz dieses Spieles macht aus, dass hierbei herausragende Ergebnisse erzielt werden und schlechte Schläge durch einen einzigen guten Schlag eines Teammitgliedes ausgeglichen werden können.
Pro Team wird nur eine Scorekarte geführt.
Chapman Vierer
Beim Chapman-Vierer schlagen beide Spieler ab, dann spielen sie den Ball des jeweils anderen Partners weiter. Erst nach diesem zweiten Schlag entscheiden sie, welchen Ball sie abwechselnd weiterspielen.
Vierer mit Auswahldrive
Der Unterschied zum Chapman-Vierer besteht darin, dass beide Partner abschlagen und sich dann gleich entscheiden, welchen Ball sie abwechselnd weiterspielen wollen.
Match-Play (Lochwettspiel)
Das Lochwettspiel hat einen ganz anderen Charakter und andere Voraussetzungen als jedes andere Golfspiel, da hier der Spieler nicht gegen den Platz sondern gegen einen Gegner spielen muss. Dementsprechend gibt es auch keine Gesamtwertung für die Runde, sondern nach jedem Loch wird mit dem Gegner abgerechnet. Es muss eine Entscheidung nach jedem Loch herbeigeführt werden; am Ende gibt es nur einen Gewinner. Gespielt wird nach den offiziellen Regeln des Lochspiels, die hauptsächlich in Bezug auf Strafen von den Regeln des Zählspiels differieren. So liegt der größte Unterschied in der Behandlung von Strafen bei einem Regelverstoß. Im Zählspiel werden Strafschläge einfach dem Score hinzugezählt. Im Lochspiel, das Loch für Loch auf Gewinn gespielt wird, führt ein Regelverstoß bis auf wenige Ausnahmen zum Lochverlust. Aber es gibt darüber hinaus noch eine Reihe von Besonderheiten bei den Lochspielregeln, deren Kenntnis dem Spieler auch helfen kann.
Ein Loch wird entweder gewonnen, verloren oder geteilt.
Folgende Begriffe sind von Bedeutung:
auf = so viele Löcher vorn
down = so viele Löcher im Rückstand
all square = Gleichstand